Hertha BSC Berlin hat seinen Trainer Falko Götz entlassen – irgendwo verständlich, denn bei acht Spielen ohne Sieg und nur noch fünf Punkten Abstand auf einen Abstiegsplatz wäre bei Borussia Dortmund sicher schon der vierte Coach gefeuert worden. Bis zum Saisonende soll es jetzt Amateur-Trainer Karsten Heine machen. Wobei Heine als Trainer keinesfalls ein Amateur ist, sondern nur Herthas Amateure fachlich anleitet.
Doch kaum ist bis Saisonende Klarheit geschaffen, beginnt die Gerüchteküche zu brodeln. Absolut seriöse Agenturen wie dpa und sid verkündeten, Felix Magath habe definitiv bei der Hertha zugesagt, um kurze Zeit später Magaths Dementi zu verkünden. Rein spekulativ wurden auch schnell noch die Namen Kjetil Rekdal und Erik Gerets ins Rennen geworfen. Womit wir wieder bei den beiden anfangs gestellten Fragen wären. Kaum hat Hertha unter Heine das erste Match in Bochum nach frühem Gegentor und verschossenem Elfmeter, also nach denkbar schlechten Vorzeichen gewonnen, da wird der Verein aktiv, um ihn zu ersetzen. Was soll das? Vertrauen in Heines Arbeit formuliert sich anders. Und wie sollen intellektuell ohnehin meist zart unterbelichtete und verhätschelte Fußballer da noch irgendeinen Vorgesetzten ernst nehmen? Sollte Hertha tatsächlich bereits nach einem neuen sportliche Leiter suchen, wäre das zu diesem Zeitpunkt ein Schuss ins eigene Knie. Oder spielt die Journaille das Spielchen? Hier eine Spekulation, dort ein Gerüchtchen – Hauptsache, man bringt die vermeintliche Nachricht zuerst. Ernsthafter Journalismus definiert sich anders.
Karsten Heine geht mit der Situation erfrischend entspannt um. Er habe keine Problem damit, in der nächsten Saison wieder die Amateure zu trainieren, lässt er verlauten. Seine Konzentration gelte ausschließlich dem Rest der Spielzeit 2006/2007. Er widmet dem Spielchen keine Aufmerksamkeit. Allein diese Einstellung qualifiziert ihn für höhere Aufgaben.
Nun wissen wir zwar immer noch nicht, wer das Spielchen spielt. Aber wir wissen immerhin, wie es heißt. Es ist das Scheißspiel!
mbu.
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