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Kolumne
Die Daumsche Mission
Fußball und Religion - der Versuch einer Annäherung in Zeiten des Karnevals!
Kurz vor Weihnachten steigt der Hang zu religiösem Pathos natürlich allenthalben. Insbesondere aber in der - sagen wir mal - unorthodoxen Glaubensgemeinschaft der erleuchteten Anhänger des 1. FC Köln macht sich eine spirituelle Euphorie breit, die mit einem einfachen Hosianna nur unzureichenden Ausdruck findet.
Pünktlich zum Fest ist der Messias auferstanden, vorläufig zwar nur vom Krankenhausbett, aber immerhin. Die Heilserwartung nimmt nahezu biblische Ausmaße an und der Meistertitel 2008 ist so sicher wie das jüngste Gericht. Sofern dieser lästige Kreuzgang Zweite Bundesliga mit einer ordnungsgemäßen Himmelfahrt abgeschlossen wird.
Mit Christoph Daum hat die personifizierte Läuterung Einzug in einen Verein gehalten, der hier und da schon mal Vergleiche mit Sodom und Gomorrha aushalten musste, aber schließlich auch immer noch ausgehalten und überdauert hat.
Die ersten Wunderheilungen sind zwar noch nicht restlos gelungen, in Köln muss halt auch der größte Messias erst mal kleine Oblaten backen. Aber es ist der Glaube, der bekanntlich Berge wie gegnerische Abwehrspieler versetzt, und der ist so fest verwurzelt in der rheinischen Frohnatur wie das Kölsch im unsäglichen 0,2er-Glas.
Auch wenn es für den Moment vielleicht so aussieht, als würde hier eher flott ums goldene Kalb getanzt: Das Gute wird schließlich über das Böse obsiegen und der heilige Christopherus wird den FC zurück ins fußballerische Paradies führen. Im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geißbocks. Kölle Alaaf!
L.
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Kolumne
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